St. Vinzenz-Hospital

Hernienchirurgie

Hernienchirurgie

Eine Hernie ist der Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine angeborene oder erworbene Lücke in den die Bauchhöhle begrenzenden Bauchwandschichten. Sind die Hernien von außen zu sehen oder zu tasten, sprechen wir von einem Bauchwandbruch bzw. Bauchdeckenbruch. Anderenfalls sprechen wir von inneren Hernien, die nur mit speziellen Untersuchungen nachzuweisen sind.

Eine Voraussetzung für die Entstehung einer Hernie ist eine Schwachstelle oder eine vorgegebene Lücke in der Bauchwand. Meist ist diese bereits angeboren, sie kann aber auch später entstehen, beispielsweise durch eine Narbe nach einer Bauchoperation oder durch schwaches Bindegewebe. Durch den oft hohen Druck in der Bauchhöhle kann es zu einer Überforderung der tragenden Bauchwandschichten kommen, sodass diese so weit auseinander weichen, dass eine beutelartige Vorwölbung entsteht. Ursachen hierfür sind häufig Heben schwerer Lasten, starker Husten, Verdauungsprobleme, Übergewicht, chronische Erkrankungen und vieles mehr.

Im Normalfall besteht der sog. Bruchsack aus sich vorwölbendem Bauchfell (Peritoneum). Das Peritoneum ist ein dünnes Bindegewebe, welches die im Bauch liegenden Organe zur Bauchwand hin begrenzt. Der Inhalt vom Bruchsack kann Flüssigkeit, Fettgewebe oder auch Organe beinhalten. Oft machen Hernien keine Beschwerden, sie lassen sich schmerzfrei weider zurückdrücken. Manchmal geht dies aber nur noch sehr schwer und unter Schmerzen oder soweit, dass sich das vorgewölbte Gewebe nicht mehr in die Bauchhöhle zurückdrücken lässt. Dann sprechen wir von einem eingeklemmten Bruch.

Prinzipiell sollten Hernien operativ verschlossen werden, da immer die Gefahr einer möglichen Einklemmung mit unter Umständen absterbenden Organen besteht. Die Dringlichkeit der notwendigen Operation ist vom Ausmaß der Beschwerden jedes einzelnen Patienten abhängig.

Heutzutage stehen unterschiedliche Methoden zur operativen Versorgung einer Hernie zur Verfügung. Diese reichen von der einfachen Naht bis zum Einbringen von Kunststoffnetzen in offener Operation oder mit minimal-invasiver Operationstechnik. Das entsprechende Verfahren richtet sich nach dem Befund und nach dem Wunsch des Patienten.

Bei den im Folgenden aufgeführten Hernien wenden wir alle o. g. Techniken nach Bedarf an:

  • Leisten- und Schenkelbruch
  • Nabelbruch
  • Narbenbruch
  • Zwerchfellbruch

 

Nach einer solchen Operation ist das Verhalten des Patienten enorm wichtig. Um eine dauerhaft stabile Bauchdecke zu erreichen, ist zunächst eine körperliche Schonung in dem Befund angemessener Weise erforderlich. Der innere Bauchdruck sollte nicht unnötig gesteigert werden, da erst nach 4-12 Wochen stabiles Narbengewebe entstanden ist. Manchmal ist auch das vorübergehenden Tragen einer unterstützenden Bauchbinde sinnvoll.

Bei Fragen helfen wir Ihnen gerne weiter!

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St. Anna-Klinik